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29.04.2018, 20:45 Uhr
Polizeigewerkschafter berichtete über seine Arbeit
„CDU Schaafheim im Gespräch“ wieder eine erfolgreiche Veranstaltung

Vergangene Woche hieß es wieder „CDU im Gespräch“. Diesmal traf man sich dazu mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Saal des Bürgerhaus Löwen. Gastredner war der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Herr Lars Maruhn.

Bgm. Hehmann, Lars Maruhn, Ralph Pittich, Daniel Rauschenberger

In eindrucksvollen Worten und mit vielen Beispielen gespickt berichtete Maruhn über seine Arbeit als Polizist und Gewerkschafter. Von Fällen, die für die Beamtinnen und Beamten psychisch sehr belastend sind, über Arbeitsweise und Vorschriften bis hin zu Nachwuchssorgen reichte der spannende Vortrag. „Nicht immer sehen sie die Polizei und doch ist sie da“ erklärte Maruhn z.B. den immer häufiger werdenden Einsatz von Zivilpolizisten. Die Arbeitsbelastung sei enorm, die reine Schreibtischarbeit nehme immer mehr Zeit ein. „Natürlich brauchen wir mehr Personal, und da wird von der Politik ja auch schon einiges getan, wir sehen aber auch, wie schwierig es ist, geeignete Bewerber zu finden. Die Bewerberzahlen sind in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Sprachkenntnisse und charakterliche Eignung für diesen Beruf sind Fragen, mit denen wir uns bei Einstellungstests beschäftigen“ erläutert der Personalrat und Gewerkschafter. Den positiven Trend in der Kriminalstatistik, insbesondere  die rückläufigen Zahlen von Wohnungseinbrüchen, erklärte der Polizeibeamte mit immer wirkungsvolleren Präventionsmaßnahmen, die viele Haus- und Wohnungsbesitzer vornehmen würden. Dass es hingegen immer mehr Angriffe mit Messern gibt, sei mit dem leichten Zugang zu Messern und durchaus der kulturellen Herkunft einiger Täter zu erklären. „In anderen Ländern kann man sich eben nicht auf die Polizei verlassen, da handelt man schnell selber“ so Maruhn. Besonders wurden in der Diskussion auch Angriffe auf die Polizei selber oder auch Attacken auf andere Hilfskräfte diskutiert. Die Verschärfungen der Strafen seien ein guter Anfang, um Polizei und Helfer effektiver zu schützen, es muss aber auch gesellschaftlich mehr Zivilcourage geben, um den häufiger werdenden Fällen von Angriffen gegen Hilfskräfte entgegenzuwirken. „Wie gehe ich mit Pfefferspray und bei einem Angriff gegen mich selber richtig um“ war eine länger diskutierte Frage einer Besucherin. Maruhn riet zur Festigung des Selbstbewusstseins durch Selbstverteidigungskurse und eher zu Zurückhaltung beim Einsatz von Pfefferspray. „Manchmal hilft es in brenzligen Situationen, sich zurückzuziehen und deeskalierend zu handeln“ so Maruhn.

Der CDU-Vorsitzende Ralph Pittich dankte Herrn Maruhn mit einem kleinen Präsent für die vielen Informationen und Einblicke in die polizeiliche Arbeit. Mit den Worten: „Danken Sie bitte Ihren Kolleginnen und Kollegen, Sie machen einen tollen Job“ schloss Pittich die Veranstaltung.